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Diskussionen nach Überschallknall der Eurofighter über Leipzig

Jan Peter
Die Schallmessung des Observatoriums Collm zeigt am 5. März 2010 deutliche Ausschläge. Die Zeitangaben richten sich nach der Weltzeit (minus eine Stunde zu Mitteleuropäischen Zeit).   Foto: André Kempner Die Schallmessung des Observatoriums Collm zeigt am 5. März 2010 deutliche Ausschläge. Die Zeitangaben richten sich nach der Weltzeit (minus eine Stunde zu Mitteleuropäischen Zeit). Leipzig. Die Ursache der explosionsartigen Geräusche, die am Freitag gegen 8.45 Uhr Leipzig erschütterten, ist geklärt: Nach Angaben der Luftwaffe sind drei Eurofighter in nord-südlicher Richtung an der Stadt vorbeigeflogen und haben in einer Höhe von etwa 12.000 Metern die Schallmauer durchbrochen.

Es habe sich dabei um einen Übungsflug des Stützpunktes Laage bei Rostock gehandelt, sagte Luftwaffensprecher Kai Gudenoge gegenüber LVZ-Online. Flughöhe und Route entsprächen den rechtlichen Vorgaben. Ein Überschallflug sei den Piloten ab einer Höhe von 36.000 Fuß (etwa 11.000 Metern) erlaubt.

Die Bürger der überflogenen Gebiete vorab zu informiern, sei in einem solchen Fall schlicht nicht leistbar, ergänzte Eike Kraft, ebenfalls Luftwaffensprecher. Anmeldepflichtig seien zudem nur sogenannte Sonderübungen. "Das trifft hier nicht zu", so Kraft. Die Luftwaffe versuche die Belastung für die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten und Flüge über das gesamte Bundesgebiet zu verteilen. "Wenn möglich, weichen wir auch auf die See aus." Dennoch seien regelmäßige Flüge nötig: "Unsere Piloten müssen trainieren."

Nutzer des Nachrichtendienstes Twitter hatten am Vormittag von einem ohrenbetäubenden Knall und starken Erschütterungen berichtet. Ein User mit dem Namen „phasenschieber" sprach etwa davon, dass „das ganze Haus wackelte". Andere berichteten, dass der Überschallknall auch in Dessau, Bitterfeld und Wittenberg zu hören war.



Karte Überschallknall

Hier haben unsere Nutzer den Knall gehört

 

"Das ist gut möglich", erklärte der ehemalige Militärflieger Jan Simon. Als 24-Jähriger ist er Ende der Achtziger Jahre mit Überschallflugzeugen geflogen und kann aus eigenem Erleben die physikalischen Hintergründe schildern. Beim Durchbrechen der Schallmauer entstehe ein sogenannter Machscher Kegel, der sich mit dem Flugzeug bewege - und mit ihm auch der Überschallknall. Dieser sei also überall dort zu hören, wo das Flugzeug vorbeikomme. "Das ist wie beim Signalton eines vorbeifahrenden Zuges", erklärte Simon.

Drei Eurofighter haben am Freitag in der Nähe von Leipzig die Schallmauer durchbrochen.   Drei Eurofighter haben am Freitag in der Nähe von Leipzig die Schallmauer durchbrochen. Das Geophysikalische Observatorium in Collm hat um 8.43 Uhr einen Ausschlag verzeichnet. „Es war kein seismisches Ereignis", sagte die technische Mitarbeiterin Petra Buchholz. Die Messergebnisse deuteten auf hochfrequenten Schall hin. Dass der Ausschlag Folge des Überschallknalls war, könne sie zwar nicht bestätigen: „Es ist aber auch nicht auszuschließen."

Erschütterungen am Boden, etwa durch den Einsturz eines Gebäudes oder eines Erdbebens hat Buchholz nicht registriert. „Darüber haben wir keine Angaben", sagte sie. Die Twitter-Gemeinde hatte am Morgen genau darüber spekuliert. Vermutungen reichten von einem Erdbeben bei Delitzsch bis hin zu einer Explosion oder einem Einsturz an der Baustelle des Leipziger Citytunnels.