22.03.2010, 10:23 Uhr
 
Citynews

Blechbüchse wird schon entkernt

Jens Rometsch
Im zweiten Stock des früheren Verwaltungsbaus neben der Blechbüchse entfernt die Abbruchfirma Reinwald jetzt Zwischendecken und Wände.Foto: André Kempner   Foto: André Kempner Im zweiten Stock des früheren Verwaltungsbaus neben der Blechbüchse entfernt die Abbruchfirma Reinwald jetzt Zwischendecken und Wände.Foto: André Kempner Leipzig. Der Bau des neuen Einkaufszentrums Höfe am Brühl geht jetzt an die Startlinie. Trotz sibirischer Kälte hat der Investor mit dem Entkernen der Blechbüchse sowie der beiden Nachbarhäuser begonnen. Im Flachbau, der einst einen Lebensmittelmarkt und zuletzt eine Drogerie beherbergte, ist die Leipziger Abbruchfirma Reinwald bereits weit vorgedrungen, hat etliche Zwischenwände und -decken entfernt. Doch auch in dem neungeschossigen Verwaltungsbau, der die Blechbüchse noch um einige Meter überragt, sind schon kleine Abbruchbagger am Werk.

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8. Februar 2010: Noch steht sie da, die alte "Blechbüchse".

Doch die Abrissbagger sind bereits eingetroffen.

Bis April sollen das ehmalige Konsument Warenhaus und das Hochhaus nebenan Platz für das neue Einkaufszentrum "Höfe am Brühl" machen.

Baubürgermeister Martin Zur Nedden informierte am 8. Februar gemeinsam mit Björn Reineking und Thorsten Müller (v.r.) vom Investor MfI über den Stand der Arbeiten.

Diese sehen vor, dass die denkmalgeschütze Alumniumverkleidung vor dem Abriss demontiert und am Neubau wieder angebracht wird.

Bereits im Januarerfolgten die Entkernungsarbeiten im Innern der "Blechbüchse".

Trotz sibirischer Kälte gingen die Arbeiten gut voran.

Abrissbagger bei der Arbeit

Mit großem Gerät hat am 8. Februar auch der Abriss der Fassaden begonnen.

Wie berichtet, will die MfI am Brühl einen modernen Shoppingtempel mit 130 Geschäften, 820 Parkplätzen, Wohnungen, einer Kita sowie Kultur- und Sportangeboten errichten.

Anfang April soll das Ausheben der riesigen Baugrube beginnen.

Die Eröffnung der „Höfe am Brühl“ ist nach offiziellen Angaben im Herbst 2011 geplant.

Dann werden auch die insgesamt 4700 Aluminiumplatten wieder montiert sein.

Im Flachbau, der einst einen Lebensmittelmarkt und zuletzt eine Drogerie beherbergte, ist die Leipziger Abbruchfirma Reinwald bereits weit vorgedrungen, hat etliche Zwischenwände und -decken entfernt.

Kaufhaus Knoop, um 1938. Der Kaufhausbau wurde 1907/08errichtet und 1927/28 im gleichen Stil erweitert. Im Rahmen der „Entjudung der Wirtschaft“ erfolgte 1936 die Überführung des Kaufhauses in „arischen“ Besitz, bis zur Enteignung 1946.

Blick auf die Blechbüchse im Jahr 2000 aus der Vogelperspektive.

Denkmalschützer Wolfgang Hocquel und Gutachter Rolf Seifert inspizieren die alte Fassade des Kaufhauses hinter der Blechummantelung.

Die Experte sind sich einig, die alte Fassade ist stark beschädigt und nicht mehr zu retten.

So kennen viele Leipziger die Blechbüchse noch aus den 1990er Jahren, als Kaufhaus Horten.

Die Blechbüchse und die Brühlblöcke vor den Bauarbeiten für das neue Einkaufscenter.

Die Wohnblöcke wurden 2007 zunächst entkernt.

Ende 2007 begannen dann die Abrissarbeiten. Marcel Kühnert, bauleitender Polier; Roger Kratz, Bauleiter Reinwald; Dieter Kloppe, Bauleiter Kafril (von links) bei einer Besprechung.

Die Leipziger verfolgten interessiert die Abrissarbeiten.

Ein Block nach dem anderen wurde mit Baggern abgetragen.

Zurück blieben nur noch die Haufen mit Schutt.

Auf 21 000 Quadratmetern Fläche entsteht nun der neue Einkaufstempel (Foto aus dem Jahr 2009).

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"Es handelt sich um vorbereitende Arbeiten für den eigentlichen Abriss", erklärt Thorsten Müller, Sprecher der Management für Immobilien AG (MfI) aus Essen, die am Leipziger Brühl mehr als 200 Millionen Euro investieren will. "Damit dadurch keine Gefahr für Passanten entstehen kann, müssen wir jetzt den Fußgängerdurchgang zwischen der Richard-Wagner-Straße und dem Brühl schließen." Wieder eröffnet wird die kurze Wegeverbindung erst gemeinsam mit dem fertigen Einkaufszentrum - also voraussichtlich im Herbst 2011 und dann mit dem historischen Namen Plauensche Gasse.

Der offizielle Startschuss für den Abriss der drei verbliebenen Gebäude soll laut Müller am 8. Februar erfolgen. "Dann legen die ersten großen Bagger los." Wie berichtet, bleibt das Aluminiumkleid der Blechbüchse erhalten und wird restauriert. Entworfen in seiner ungewöhnlichen Form, die dem historischen Kaufhaus darunter entspricht, wurde es 1966 durch den Leipziger Künstler Harry Müller. Wann die Demontage der Aluminium-Fassade beginnen kann, hängt allerdings stark vom Wetter ab. MfI will am Brühl einen modernen Neubau mit 130 Geschäften, 820 Parkplätzen, 40 bis 50 Wohnungen in den obersten Etagen, einer Kita sowie Kultur- und Sportangeboten errichten.
 
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