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Citynews

Leipzigs Oberbürgermeister hält sich nicht für mitschuldig am KWL-Finanzdesaster

Andreas Tappert
Will 2013 erneut zur Wahl kandidieren: Leipzigs Oberbürgermeister Burlkhard Jung (SPD).   Foto: André Kempner Weist Mitschuld an dem Finanzdesaster der Kommunalen Wasserwerke Leipzig zurück: Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Leipzig. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hat am Dienstag eine Mitschuld an dem Finanzdesaster der Kommunalen Wasserwerke Leipzig (KWL) zurückgewiesen. Er habe "eine Vielzahl von Maßnahmen zur verbesserten Steuerung und Kontrolle" der stadteigenen Firmen auf den Weg gebracht, erklärte Jung und reagierte damit auf Vorwürfe von Leipzigs Ex-Finanzchefin Bettina Kudla (CDU).

Trotz mehrfacher Vorstöße der Leipziger Volkszeitung kam am Dienstag kein Gespräch mit Jung über die Details der Vorwürfe zustande. Am späten Nachmittag ließ er aber eine Erklärung verbreiten, in der er seine Anstrengungen zur Verbesserung der Steuerung und Kontrolle der Stadtfirmen betonte. Er habe unter anderem die Aufhebung der Personenidentität auf Geschäftsführungsebene durchgesetzt, so Jung.

"Das heißt im Klartext: Ich habe durchgesetzt, dass Geschäftsführer der Kommunalen Wasserwerke Leipzig GmbH (KWL), der Stadtwerke Leipzig und der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) nicht mehr gleichzeitig Geschäftsführer der Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (LVV) sein durften." Gleichzeitig habe er das Risikomanagementsystem und Controlling der LVV durch Wirtschaftsprüfer auf Angemessenheit und Effektivität hin überprüfen lassen. "In diesem Zusammenhang hat es zu keiner Zeit - sowohl seitens der Wirtschaftsprüfer als auch von Frau Kudla persönlich - Anhaltspunkte gegeben, die ihre jetzigen Vorwürfe bestätigen könnten."

zum Thema Stadt legt Bericht zur KWL-Finanzaffäre vor: 28 Millionen Dollar für Schweizer Vermittler Heininger hat schon 2006 den Aufsichtsrat der Wasserwerke über Finanzgeschäfte informiert Rathaus: Krisengespräch zu Finanzskandal der Wasserwerke bleibt geheim Staatsanwälte hatten früh Hinweise - Ermittler erkannten Finanzskandal nicht Wasserwerke: Schon 2007 viele Hinweise Kudla forschte frühzeitig nach Risiken bei Leipziger Wasserwerken Ratsfraktionen diskutieren Bettina Kudlas Vorwürfe an OBM Burkhard Jung Müller verlässt Aufsichtsräte Ex-Finanzchefin attackiert Oberbürgermeister wegen Finanzdesaster der Wasserwerke Finanzdesaster bei den Wasserwerken: Ratsfraktionen diskutieren Konsequenzen Finanzdesaster der Wasserwerke bringt stadteigene Firmen in Schwierigkeiten Unterlagen beweisen Zockerei bei Wasserwerken Der Brief von Leipzigs Ex-Finanzchefin Bettina Kudla (CDU) (PDF, 69 kB) Erklärung von OBM Burkhard Jung zu den Vorwürfen von Bettina Kudla (PDF, 32 kB) Auch die Wahl der Aufsichtsratsvorsitzenden großer Stadtfirmen obliege nicht dem Weisungsrecht des Oberbürgermeisters. Kudla hatte ihm vorgeworfen, fachlich nicht ausreichend qualifizierte Personen eingesetzt zu haben. Die Verlängerung der Geschäftsführerverträge von Wilhelm Georg Hanss (LVB) und Klaus Heininger (KWL) sei vor dem Bekanntwerden der ersten Vorwürfe gegen sie durch die Aufsichtsräte beschlossen worden - Kudla hatte die Verlängerung ebenfalls kritisiert. "Im Mai 2008 habe ich die anstehende Vertragsverlängerung des Herrn Heininger als kaufmännischer Geschäftsführer der LVB gestoppt", so Jung.

Im Leipziger Stadtrat wird der Fall kontrovers diskutiert. Walter Christian Steinbach (CDU), Präsident der Landesdirektion Leipzig, forderte, kommunale Unternehmen künftig auf die Daseinsvorsorge zu beschränken.


 

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