Citynews
Vorsicht, Rutschgefahr – Mehr Unfälle durch Glätte in Leipzig
nt / dpa
Foto: dpa
Auf vereiste Gehwegen und Straßen herrscht derzeit große Rutschgefahr.
Leipzig. Vereiste Gehwege und Straßen sorgen derzeit für überfüllte Notaufnahmen – auch in Leipzig. Durch alten, nicht geräumten Schnee, der nach dem Tauen gefriert, erhöht sich die Rutschgefahr. Die Krankenhäuser klagen deshalb über mehr Patienten durch Knochenbrüche und Prellungen.
Das Uniklinikum Leipzig verzeichnet täglich 20 Prozent mehr Patienten durch Glätte. Notfallmedizinerin Constanze Schwarz berichtet, dass insbesondere leichtsinnige Jogger und ältere Menschen betroffen sind. Der ärztliche Direktor Ulrich Socha vom Evangelischen Diakonissenkrankenhaus Leipzig sagt, dass es durchschnittlich an diesen Tagen „ein Viertel mehr Arbeit als sonst“ gebe. Die gestiegene Zahl der Verletzten wird durch Pressereferentin Ingrid Hilmers vom Elisabeth-Krankenhaus bestätigt. Sie spricht von einer überfüllten Chirurgie und Traumatologie.
zum Thema
Bei glatten Gehwegen drohen in Leipzig 500 Euro Bußgeld
Berlinale will Stars nicht aufs Glatteis führen
Unfälle auf glatten Straßen - Mehrere Autobahnen gesperrt
Die durchschnittlich rund zehn bis zwölf täglichen Glätteopfer müssen im Uniklinikum Leipzig Verständnis für längere Wartezeiten mitbringen. Ohne die zusätzlichen Patienten im Winter ist das Krankenhaus bereits gut ausgelastet. Doch mit diesen werden die Betten knapp und die Zahl der Operationen steigt. Umlagerungen in andere Bereiche wie die Gynäkologie und Urologie sind notwendig, da die Patienten sonst auf dem Flur gelagert werden müssen. Auf eine Operationen muss man bis zu drei Tage warten, obwohl bereits bestellte Termine verschoben werden.
Notfallärztin Schwarz rät alten Menschen, die auf Gehstützen angewiesen sind, sich Eiskrallen zu besorgen. Sie verhindern das Wegrutschen und werden vom Hausarzt verschrieben. Jogger sollten nicht über Eisplatten im Park laufen und ältere Menschen nicht Fahrrad fahren. Festes Schuhwerk und Konzentration auf den Weg empfiehlt Diakonissenhaus-Mediziner Socha. Ältere Menschen sollten abwägen, ob man wirklich aus dem Haus müsse. Bei einem Sturz soll man Knochenbrüche vom Hausarzt ausschließen lassen. Er entscheidet dann je nach Verletzung, ob eine Überweisung ins Krankenhaus notwendig ist oder nicht. Bei Prellungen oder Zerrungen müsse gekühlt und ruhig gestellt werden.
Ab Mittwoch soll es neue Schneefälle geben und die Temperaturen weiter sinken. Eine Besserung in Sachen Rutschgefahr ist derzeit nicht in Sicht.
© LVZ-Online, 09.02.2010, 16:24 Uhr