Foto: Volkmar Heinz
Die Fahrzeuge der Stadtreinigung sind seit 45 Tagen im Dauereinsatz.
Leipzig/Dresden. Die Leipziger Stadtreinigung hat ihr
Winterdienst-Budget für das Jahr 2010 bereits überschritten. Die von der Stadt
Leipzig zur Verfügung gestellten knapp 900.000 Euro seien schon lange
verbraucht, erklärte Frank Richter, Leiter der Stadtreinigung, am Freitag
gegenüber LVZ-Online. „Wir sind seit knapp 45 Tagen fast pausenlos im Einsatz.“
Die Stadtverwaltung hatte in ihrem
Haushaltsplan 2010 das Budget des Winterdienstes um rund 27 Prozent reduziert.
Statt des üblichen Jahresetats von rund 1,2 Millionen Euro sind in diesem Jahr
rund 300.000 Euro weniger zur Verfügung gestellt worden. Diese Kürzung sei aber
bereits im Sommer 2009 beschlossen worden, also lange vor dem diesjährigen
Ausnahmewinter.
Richter
schätzt, dass der Etat in diesem Winter bereits um 50 Prozent überschritten
wurde. Genaue Zahlen lägen aber erst im April vor. Dennoch werde sichergestellt, dass trotz des knappen Budgets alle Arbeiten
durchgeführt werden könnten, die die Leipziger Winterdienst-Satzung
vorschreibt. Notfalls werde zusätzliches Geld bereitgestellt, sagte Richter.
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Mit
300 Tonnen sei das Streusalzlager der Stadt noch gut gefüllt, rund 30 Tonnen am
Tag verbrauche die Stadtreinigung bei der aktuellen Witterung. „Die Lieferung neuer Salzbestellungen dauert
aber länger als üblich“, betonte Betriebsleiter Frank Richter. Deshalb könne es
trotz der gut gefüllten Silos bereits in einigen Tagen zu Engpässen kommen.
560 Straßenkilometer versorgt der Betrieb derzeit, das ist
rund ein Drittel des städtischen Straßennetzes. Im Fokus stehen
Durchgangsstraßen, Ein- und Ausfallstraßen und das Stadtzentrum. Bis zu 45
Räumfahrzeuge sind in zehnstündigen Tages- und Nachtschichten unterwegs.
Bei der aktuellen Witterung seien alle verfügbaren Kräfte
der Stadtreinigung, der Bauhöfe und zweier Fremdfirmen im Einsatz. Die im
Winterdienst beschäftigten Mitarbeiter würden notfalls von der
Straßenreinigung, Abfallsammlung und Grünpflege abgezogen, erklärte Richter.
Auch in Dresden ist der Winterdienst im Dauereinsatz. Von
zwei Uhr nachts bis 21 Uhr seien die 47 Fahrzeuge unterwegs, teilte eine
Sprecherin am Freitag mit. Zur Not könnten die Fahrzeuge jederzeit länger
eingesetzt werden. Der Berufsverkehr in der Landeshauptstadt rolle
derzeit störungsfrei.
Am Wochenende könne es auf Autobahnen zu Einschränkungen im
Winterdienst kommen, erklärte ein Sprecher des Autobahnamtes Sachsen am
Freitag. Die sieben Autobahnmeistereien seien im Dreischichtbetrieb rund um die
Uhr im Einsatz. Dennoch könne es bei weiter anhaltenden Schneefällen zu Einschränkungen
auf Parkplätzen und Überholspuren kommen. Auch bei den Autobahnmeistereien
werde das Salz allmählich knapp.
Der Winter hält die Region weiter fest im Griff: Laut
Deutschem Wetterdienst soll es bis Montag immer wieder leicht schneien, die Temperaturen pegeln sich im einstelligen Minusbereich ein. Bis minus neun Grad
werden in den kommenden Nächten vorhergesagt.
Bei der Leipziger Stadtreinigung noch kein Grund zur Sorge: „Die
Prognose ist zwar nicht rosig, aber noch können wir wirtschaften und liegen gut
im Plan“, erklärte Richter.