Foto: Volkmar Heinz
Torgau/Leipzig. Nach einem Fall von sexuellem Missbrauch an einem 13-Jährigen in Torgau prüfen Staatsanwaltschaft und Polizei derzeit die Aussagen des Opfers gegen zwei Tatverdächtige. Es gebe konkrete Anhaltspunkte, dass der Junge in der Nacht zum Freitag vergangener Woche sexuell missbraucht wurde. „Durch wen, wann und wo genau, das müssen wir eingehend prüfen“, sagte Ricardo Schulz von der Leipziger Staatsanwaltschaft am Donnerstag gegenüber LVZ-Online. „Die Ermittlungen laufen weiter“, so Schulz
Im Visier der Ermittler stehen zwei Männer, die den Schüler in einer Torgauer Pizzeria angesprochen und anschließend mit in ihre Wohnung genommen haben sollen. Medienberichte vom Donnerstag, wonach es sich laut einer Aussage der Mutter des Jungen bei den mutmaßlichen Tätern um Mitarbeiter des Lokals handeln soll, wollte Schulz nicht bestätigen. Es werde derzeit geprüft, ob diese Äußerungen so auch gegenüber den Ermittlungsbehörden gemacht wurden. „Wir prüfen, ob es Zeugen gibt, die uns dazu etwas sagen können“, erklärte der Staatsanwalt. Der Junge soll dem Bericht zufolge in der Pizzeria als Aushilfe tätig gewesen sein.
Nach Angaben der Polizei soll es in der Wohnung eines der Tatverdächtigen später „sexuelle Handlungen“ gegeben haben. „Es gibt keine Zweifel, dass es zu Missbrauchshandlungen gekommen ist“, sagte Schulz. Es werde daher wegen schwerem sexuellen Missbrauch eines Kindes ermittelt. „Das Strafmaß dafür liegt zwischen zwei und 15 Jahren“, sagte Schulz.
Zu einem der beiden Tatverdächtigen lägen derzeit konkrete Hinweise vor. Die Identität der zweiten Personen werde noch geklärt, so der Staatsanwalt weiter. Das Duo befinde sich nach wie vor auf freiem Fuß. Weitere Angaben wollte Schulz nicht machen, um einen Ermittlungserfolg nicht zu gefährden. „Wir sind mit Hochdruck dabei, den Sachverhalt aufzuklären. Sobald wir Klarheit haben, werden wir handeln.“
Am Sonntag hatten die Eltern des Kindes den Vorfall bei der Polizei gemeldet. Der 13-Jährige habe dann, so Schulz, den Tatablauf gegenüber den Beamten geschildert. Er sei auch im Torgauer Krankenhaus von einem Arzt untersucht worden. Die genauen Untersuchungsergebnisse lägen zwar noch nicht vor, der erste Befund stütze aber einen Anfangsverdacht.
In Torgau ist der Fall derweil Stadtgespräch. Auf Flugblättern, die in Briefkästen steckten und in der Öffentlichkeit hängen, wird unter der Überschrift: „Traurig aber wahr“ auf den Fall hingewiesen. Der Autor des Textes ist unbekannt. „Wir wissen nicht, wer das geschrieben hat“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Der Inhalt des Papiers ist Schulz zufolge teilweise unzutreffend. In dem Flugblatt wird unter anderem aufgerufen, die Pizzeria in Bahnhofsnähe zu boykottieren. Der Betreiber des Schnellrestaurants kündigte rechtliche Schritte wegen Verleumdung an.