Prinzessin Stéphanie von Monaco
Monte-Carlo - Prinzessin Stéphanie von Monaco feiert am Montag ihren 45. Geburtstag. Lange Jahre hat die jüngste Tochter von Rainier III. und Gracia Patricia von Monaco Schlagzeilen gemacht. Zunächst als Sängerin, dann als Designern und nicht zuletzt mit ihrer zerbrochenen Ehe mit Daniel Ducruet und verschiedenen Liebschaften. Heute widmet sie sich ihren Aufgaben als Mutter, Präsidentin der Aids-Hilfe-Vereinigung „Fight Aids Monaco“, Sondergesandte des UN-Programms zur Aids-Bekämpfung, UNAIDS, und Schirmherrin des internationalen Zirkusfestivals von Monte-Carlo. Im Interview blickt die Prinzessin zurück auf Kindheit und wilde Jahre, sie bekennt ihren Lebenshunger und versteht soziales Engagement als Lebensaufgabe.
Ihre Leidenschaft für die Welt des Zirkus ist ungebrochen. Fasziniert Sie diese Welt, weil sie so ganz anders ist als das Leben im Fürstenpalast?
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Prinzessin Stéphanie von Monaco feiert 45- Geburtstag und sagt "Ich liebe das Leben"
Porträt der Prinzessin: Soziales Engagement als Lebensaufgabe
Fotos aus dem Leben von Prinzessin Stéphanie von Monaco
Stéphanie von Monaco: „Nein, die Zirkuswelt steckt mir einfach im Blut. Mein Vater hat mir diese Leidenschaft vererbt. Der Zirkus ist meine zweite Familie. Ich liebe die Offenheit, Aufrichtigkeit und den Zauber, die dort herrschen. Ich flüchte weder vor mir selber noch vor meinem Leben. Mein Leben ist der Zirkus.“ Sie sind Präsidentin der 2004 gegründeten Aids-Hilfe-Vereinigung „Fight Aids Monaco“ und kümmern sich um Aidskranke auf der ganzen Welt. Zuletzt waren Sie in den Townships von Johannesburg.
Was bedeutet diese Arbeit für Sie? Stéphanie von Monaco: „Jeder Mensch kommt in seinem Leben an einem bestimmten Zeitpunkt an, wo er sich auf einmal für bestimmte Dinge bereit fühlt. Den Kranken Zeit zu widmen, ihnen zu helfen und im Gegenzug ein Lächeln zu erhalten und zu wissen, dass man das Leiden zumindest etwas lindern kann, erfüllt mich. Das ist für mich ein Moment des Glücks. Unsere Welt ist sehr ichbezogen, sehr egoistisch.
Diese Arbeit ist für mich zu einer Art Lebensantrieb geworden.“ Heißt das, dass Sie nach Ihrem doch sehr bewegten Leben Ihr inneres Gleichgewicht gefunden haben? Stéphanie von Monaco: „Ich war schon immer lebensfreudig. Ich liebe das Leben, das etwas Wunderbares ist. Ich wäre ohne das, was ich getan habe, egal ob gut oder schlecht, nicht die, die ich heute bin.“
Sie waren Sängerin, Modedesignerin, Cafébesitzerin und für die Presse das „enfant terrible“? Wer sind Sie heute? Stéphanie von Monaco: „Ich bin noch immer dieselbe. In jedem Alter setzt man andere Schwerpunkte, lebt und denkt man anders. Ich bin aber immer dieselbe geblieben. Die anderen haben mir Etiketten aufgeklebt und mich in Schubladen gesteckt. Ich habe nichts von einer Rebellin an mir. Ich erziehe meine Kinder und lebe mein Leben. Wer hat überhaupt das Recht zu definieren, was normal ist und was nicht?“
Bedauern Sie nichts in Ihrem Leben? Stéphanie von Monaco: „Nein, ich bin jemand der stets nach vorne blickt. Fehler sind wichtig, weil man aus ihnen lernt. Ich würde in meinem Leben nichts anders machen wollen, sonst wäre ich nicht die, die ich heute bin.“
Hat Sie der Druck, als Fürstentochter geboren zu sein, nie belastet? Stéphanie von Monaco: „Nein. Meine Eltern waren für mich keine Fürsten, sondern Eltern. Sie waren für mich Mutter und Vater. Ich habe eine öffentliche Schule besucht und meine Eltern haben mir Werte vermittelt, wie andere Eltern auch.“
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Stéphanie von Monaco: „Nein, ich habe so etwas ja leider am eigenen Leib erfahren müssen. Ich mische mich nicht in das Leben meiner Schwester ein. Das ist eine schwierige Phase. Diese Art von Presse hat noch nie etwas respektiert, nicht einmal den Tod meiner Mutter. Das ist reiner Voyeurismus, der das Vergessen nur noch schwieriger macht.“
Ihre Beziehung zur Presse war lange Zeit sehr gespannt. Hat sich Ihr Verhältnis zu den Medien geändert? Stéphanie von Monaco: „Presse ist nicht gleich Presse. Es gibt die, die zuhört und informiert, und die, die deformiert. Früher habe ich stark unter der Presse gelitten. Ich konnte ihre Besessenheit, mit der sie das Böse und Verleumderische sucht, nicht verstehen und habe mich ständig gefragt, warum man in mir immer etwas anderes sehen will. Heute habe ich gelernt, damit umzugehen. Aber ich stehe ja auch nicht mehr im Fokus des Interesses. Heute setze ich mich für karitative Dinge ein, aber das interessiert die Medien nicht.“
Vielleicht halten Sie sich aber auch mit Ihrer Arbeit und Ihrem Sozialengagement zu sehr zurück? Stéphanie von Monaco: „Ich will meinen Namen in den Dienst einer Sache stellen und nicht die Sache in den Dienst meines Namens. Viele Stars und bekannte Personen brauchen das, um zu existieren. Ich brauche das nicht.“ Sie werden in wenigen Tagen 45 Jahre alt.
Haben Sie Angst vor dem Alter? Stéphanie von Monaco: „Nein, überhaupt nicht. Mein Bruder sagt, dass ich zwischen 18 und 20 Jahre sei, der Rest sind Erfahrungen. Nein, ich bin lebensfroh und glücklich. Ich trauere nicht den Tagen und Monaten nach, die vergehen.“
Was wünschen Sie sich zu Ihrem Geburtstag? Stéphanie von Monaco: „Für mich nichts. Ich bin gesund und meine Kinder auch. Ich denke, das ist das schönste Geschenk. Für die Welt wünsche ich mir, dass sie weniger egoistisch wird und dafür solidarischer. Ich bin vielleicht eine Idealistin. Aber ich glaube daran.“
Was ist oder war in Ihrem Leben bisher die schönste Rolle? Stéphanie von Monaco: „Mutter zu sein - das ist der schönste Beruf. Die schönsten Momente in meinem Leben waren die Geburten meiner drei Kinder Louis, Pauline und Camille. Mein Leben und meine Arbeit richten sich nach meinen Kindern aus.“