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Kartoffeltag in Kitzscher

Cornelia Braun
Martin Landgraf überprüft die Größe einer Frühkartoffel.   Foto: Günther Hunger Martin Landgraf überprüft die Größe einer Frühkartoffel. Kitzscher. Rund um die braune Knolle dreht sich alles am Tag der offenen Tür am 6. März in der Steinbacher Straße im Landwirtschaftsbetrieb Kitzscher. Der Kartoffeltag am ersten Märzwochenende ist mittlerweile fester Bestandteil im Terminkalender von Kleingärtnern und Bauern der Region. Von 9 bis 12 Uhr können nicht nur Pflanz- und Speisekartoffeln gekauft werden, sondern die Gäste erhalten auch Tipps zu den Sorten und den Anbau.

Immerhin gibt es weltweit 4000 Sorten, von denen zum Kartoffeltag 17 verschiedene Pflanzkartoffelsorten angeboten werden – unter ihnen die beliebte Adretta und Laura. „Adretta ist eine ausgeprägt mehlig kochende Sorte mit gelber Fleischfarbe. Die Laura ist dagegen rotschälig und vorwiegend festkochend“, erläutert der Geschäftsführer Martin Landgraf vom Landwirtschaftsbetrieb Kitzscher. Eine aufstrebende Sorte ist dagegen „Annabelle“, eine wohlschmeckende und festkochende Knolle. „Der Hofverkauf hat sich dabei quasi von Null auf 100 entwickelt“, so der 33-jährige Geschäftsführer. Als Frühkartoffel ist vor allem „Solist“ gefragt. Seine persönlichen Favoriten sind „Jelly“ und „Marabel“, die gute Erträge gebracht haben. „Adretta bauen wir nur noch für den Hofverkauf an, da die Nachfrage ungebremst ist“, erklärt er. Für Kartoffelliebhaber hält der 6. März eine Überraschung parat. „Wir bieten die „Blaue St. Galler“ an. Das ist eine lilafarbene Kartoffel. Sie besitzt die Farbe auch noch nach dem Kochen“, wirbt der Landwirt.

2009 wuchsen auf 70 Hektar Pflanz- und auf 270 Hektar Speisekartoffeln. 10 000 Tonnen Speise- und 1800 Tonnen Pflanzkartoffeln wurden geerntet.

Derzeit sind 4000 Tonnen braune Erdäpfel eingelagert. „10 000 Tonnen passen in unsere Lager“, sagt der Diplom-Agrar-Ingenieur. „Die Kältegrade bereiten uns keine Probleme. Die Knollen haben es gern, wenn sie kalt gelagert werden. Uns kostet das Kühlen der Knollen mehr, als das Erwärmen der Hallen, da die Erdäpfel eine Art Eigenwärme erzeugen“, erklärt Landgraf. So fühlen sich die Speisekartoffeln bei fünf bis sieben Grad Celsius wohl. „Die Pflanzkartoffeln wollen es etwas kühler: drei bis vier Grad“, weiß der Fachmann. Dabei verschweigt er nicht, das Kartoffeln um so süßer werden, je kälter sie gelagert werden. Schließlich sollen die Pflanzkartoffeln nicht in der Halle, sondern erst im April keimen, wenn sie in den Boden kommen. Trotz der ausgeklügelten Technik haben die Kitzscheraner noch mit den Nachwehen des warmen Herbstes zu kämpfen. „Dadurch gab es eine verstärkte Stärkebildung“, so der Landwirt. Das Ergebnis: Die beste Schälkartoffel, die „Agria“, eignet sich derzeit nicht für die Belieferung der Großküchen mit Schälkartoffeln. Derzeit ist das Tochterunternehmen, der Schälbetrieb Landhof Kitzscher, noch am experimentieren, welche Sorte die Qualitätsansprüche der Großabnehmer entspricht.

Trotz der niedrigen Preise für das Grundnahrungsmittel ist Landgraf davon überzeugt, dass das Unternehmen mit seinen 64 Mitarbeitern aufgrund der Standbeine wie der Milchproduktion, dem Getreide-, dem Kartoffelanbau, der Verpackung und der Schälproduktion im harten Wettbewerb sich durchsetzen wird. Dabei setzt er auf bessere Marktbedingungen und die weitere Senkung der Kosten.

 

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