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Marion Schröder ist die neue Bad Lausicker Friedensrichterin.
Bad Lausick. Vakant war seit dem Herbst 2009 die Stelle der Bad Lausicker Friedensrichterin: Am 27. Juli kann die neu gewählte Marion Schröder endlich ihre erste Sprechstunde durchführen. Sie will in Streitfällen vermitteln und eine Verständigung zwischen Kontrahenten ermöglichen.
Mit Menschen umzugehen, Marion Schröder liebt es. Die Wahl-Bad Lausickerin ist Krankenschwester und schon lange im Beruf, in den achtziger Jahren in der Geithainer Poliklinik, seit der Eröffnung der Bad Lausicker Medianklinik in der Rehabilitation: In der Kardiologie kümmert sie sich um Herzpatienten. „Ich versuche, die Dinge, die im Argen liegen, anzusprechen. Hintenrum zu reden macht keinen Sinn, und es führt auch nicht zu einer Lösung", sagt die 54-Jährige. Dieses Lebensmotto ist es, was sie bewog, sich um das Bad Lausicker Ehrenamt der Friedensrichterin zu bewerben.
Simone Mahn hatte das im Herbst vergangenen Jahres niedergelegt. Der Bad Lausicker Stadtrat wählte Marion Schröder Anfang April einstimmig, nachdem ein Mitbewerber zurückgezogen hatte. Doch es dauerte mehrere Monate, bis Schröder durch das Amtsgericht Grimma vereidigt werden konnte. Das ist nun geschehen für eine Amtszeit von fünf Jahren.
Am 27. Juli erwartet sie bei ihrer Sprechstunden-Premiere ihre ersten „Fälle". Aus Gesprächen mit ihrer Otterwischer Ehrenamts-Kollegin Elke Hunger, die in den vergangenen Monaten das Bad Lausicker Stadtgebiet mit betreute, weiß sie, dass es sich dabei in erster Linie um Nachbarschaftskonflikte handelt, um Streitfälle, die sich zum Teil über Jahre hinziehen, sei es um Abstände, Zäune, Sträucher, Wege. „Ich darf nicht richten, ich kann schlichten", beschreibt sie ihre Rolle der Moderatorin. Und hofft, „dass die Leute kooperativ sind". Sie ist überzeugt davon, dass in den meisten Fällen die Zerwürfnisse in Gesprächen auszuräumen sind: „Das Leben ist doch viel zu kurz, als immer mit Ärger zu leben."
Das rechtliche nötige Rüstzeug besorgt sich Marion Schröder über Schulungen, die zum Beispiel der Bund Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen anbietet. In Olaf Rößler, der die Bezirksvereinigung Leipzig des Verbandes leitet, hat sie in ihren ersten Wochen einen hilfreichen Gesprächspartner. Auch mit Elke Hunger hat sie sich bereits getroffen und das Arbeitsfeld abgesteckt. Zu dem gehören neben Nachbarschaftsproblemen Beleidigung, Verleumdung, Ruhestörungen. Dass das Vermitteln, ohne gar Gerichte zu bemühen, durchaus ertwas bringt, das haben die Bad Lausicker Friedensrichterinnen - in der Kurstadt ist dieses Ehrenamt traditionell in Frauenhand - in der Vergangenenheit bewiesen: Schröders Vorvorgängerin Claudia Heinicke bezifferte die Erfolgsquote auf immerhin 60 Prozent.
Am 27. Juli ist Marion Schröder zwischen 17 und 18 Uhr im Bad Lausicker Rathaus zum ersten Mal zu sprechen. Ihre Sprechstunde wird sie allerdings nicht im Monatsrhythmus an einem festgelegten Tag durchführen können; die Arbeit in der Klinik im Dreischicht-System erfordert Flexibilität. Neben den Sprechzeiten, die in LVZ und Stadtblatt veröffentlicht werden, kann jeder Interessent via Stadtverwaltung (Telefon 034345/7010) Kontakt mit ihr aufnehmen. Ein Großteil der Gespräche findet ohnehin außerhalb der Sprechzeiten statt.
„Vor dem nächsten Dienstag bin ich schon ein bissel aufgeregt. Es ist doch für mich etwas ganz Neues", gesteht Marion Schröder unumwunden ein. Andererseits freue sie sich auf diese neue Herausforderung. Möglich, dass die Zeit für ihre Hobbies geringer wird. „Doch an Nordic Walking zweimal in der Woche halte ich auf jeden Fall fest, weil mir das gut tut", sagt sie. Und auch an Tischtennis und Schwimmen. Darüber hinaus ist die Mutter zweier erwachsener Töchter inzwischen dreifache Großmutter, eine Rolle, in der sie gerne aufgeht.