Wurzen
Röcknitz: Erlebnisgarten als spielerische Ergänzung
Ingrid Leps
Foto: Andreas Röse
Studenten verfolgen im Geoportal Röcknitz eine Videoanimation zur geologischen Entwicklung.
Thallwitz/Röcknitz. Das Geoportal im Herrenhaus lockt seit zwei Jahren Fachleute wie Laien mit einer visuellen Zeitreise zu den Ursprüngen der Landschaft von Nordsachsen. In diesem Jahr nun soll das Projekt mit einem Geoerlebnisgarten hinter dem Herrenhaus komplettiert werden. Dafür fasst die Gemeinde 144.000 Euro an – 53.000 Euro als Eigenmittel.
Von aussagefähigen Bildern und einer Videoanimation gewaltiger Vulkanausbrüche, Meeresüberflutungen und Eiszeiten lassen sich die Besucher Im Herrenhaus von der Schau „Zeit-Wandel-Stein“ beeindrucken. Studenten und Schüler gehören zu den regelmäßigen Besuchern der Ausstellung, die sonntags sowie dienstags bis freitags kostenlos zugänglich ist. Auf einem Areal von etwa 0,6 Hektar soll die Außenanlage nun in spielerischer Weise die Themen dieser Präsentation aufnehmen, den Kontakt zur Natur herstellen und zur Erkundung der näheren Umgebung animieren.
Nach dem geodidaktisch-gestalterischen Konzept der Freiberger Geologie-Gesellschaft Geomontan und des Wermsdorfer Designerbüros Formwelt 19 ist auf der Freifläche die Verwirklichung aufeinander abgestimmter Erlebnismodule geplant. So soll es hier unter anderem das Eiszeitland, den Tertiärwald und einen Barfußpfad mit Wasserspiel geben. Als Auflockerung zur Ausstellung soll der Freiluftbereich das Geoportal greifbarer machen und Freiraum schaffen, in dem sich auch Kinder wohlfühlen und mit Impulsen zum Entdecken und Erkunden aktiviert werden. Die Umsetzung der Konzeption soll sowohl dem Parkgedanken entsprechen als auch den Vorgaben für das denkmalgeschützte Areal .
Diese Pläne sollten bereits 2008 umgesetzt werden. Es gab allerdings Diskussionen über den Standort, der vorzugsweise in unmittelbarer Nähe zum Geoportal liegen sollte. Denkmalschützer jedoch wollten sich nicht mit der Profilierung und Umgestaltung der Wiese hinter dem Herrenhaus anfreunden und sahen darin einen Eingriff in die historische Parkstruktur. Eine Alternative wurde erwogen, bei der sich die Gärtnerei existentiell bedroht sah. Inzwischen, so Bürgermeister Kurt Schwuchow, sei eine Kompromisslösung gefunden worden, zumal es die Wiese zur Bauzeit des Herrenhauses noch nicht gegeben habe. Der Erlebnisgarten kommt auf die Schlosswiese. Der Röcknitzer Heimatverein, der das Geoportal-Projekt federführend begleitet, favorisierte diesen Standort, der bis zur Verrohrung des Baches in den siebziger Jahren eher einem Sumpf glich, von Anfang an.
Die zeitliche Verzögerung des Baubeginns, so Schwuchow, war jedoch nicht nur der Standortdiskussion geschuldet. Verwaltungswege um Finanzierungsprobleme zu lösen, hätten sich intensiviert und verlängert. Zudem müsse die Wirtschaftlichkeit belegt und nachgewiesen werden. Dieser Forderung sei gerade bei touristischen Vorhaben nur schwer nachzukommen.
Derzeit werden die Ausschreibungen für die Tiefbauarbeiten vorbereitet, so dass mit dem Baubeginn im Frühjahr zu rechnen sei.
© LVZ-Online, 06.01.2010, 15:31 Uhr